Auch wenn ich mich jetzt wieder in die Nesseln setze: es gibt mittlerweile über alle Kliniken des Landes verteilt viele ausländische Ärzte. Auch diese leisten sicher zumindest zum Teil gute Arbeit. Es gibt jedoch auch solche, die große Schwierigkeiten mit der Sprache haben. Ich bin der Überzeugung, dass das Beherrschen von Deutschkenntnissen aber eine ganz wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes Vertrauensverhältnis zu den Patienten ist. Bei uns kommt es immer öfter vor, dass sich Patienten und Angehörige ausdrücklich einen deutschsprachigen Arzt wünschen. Zumindest zum Teil kann man die Probleme verstehen. Wenn z. B. Patientin Erna P. In die Klinik kommt, schwerhörig, leichte Demenz vorbekannt, sprachlich eher dem regionalen Dialekt angepasst, jetzt vielleicht auch noch zusätzlich geschwächt durch einen Infekt und dann kommt der Herr Doktor, der sie in einem sehr gebrochenen Deutsch anbrüllt (wg. der Schwerhörigkeit). Ob da eine sinnvolle Anamnese zustande kommt?
Related Posts
Der Energieberg von Hamburg Georgswerder – IBA #2
Wenn man sich Hamburg von Süden her nähert, dann ist er eigentlich unübersehbar. Direkt am Autobahnkreuz Hamburg Süd erhebt er sich rund 40 Meter über die Landschaft. Schon seine Höhe macht ihn hier irgendwie zu einem Fremdkörper, ist hier doch eigentlich nur Marschland des Elbe-Urstromtales zu erwarten. Und tatsächlich ist dieser Berg künstlich, und die neue Bezeichnung “Energieberg” erscheint jedem, dem die Geschichte geläufig ist, irgendwie wie Schönsprech. Denn der Berg hatte auch schon andere Namen, weit weniger schmeichelhaft. Müllberg,… weiter
Oberarztpublikum
Freitag Nachmittag, siebzehn Uhr dreißig. Das Wochenende winkt. Rein theoretisch hat es schon seit mindestens einer halben Stunde begonnen aber… okay, maximal eine Viertelstunde noch, dann bin ich fertig. Jetzt schnell noch ein paar Befunde kontrollieren, und dann… die Tür zum Arztzimmer wird aufgerissen. Ohne Anklopfen. Sekundenbruchteile später steht Oberarzt Biestig hinter mir und ich […]
Da liegt eine Akte auf meinem Schreibtisch
Da liegt eine Akte auf meinem Schreibtisch. Eine Krankenakte natürlich.
Die wartet darauf, diktiert zu werden, was heißt: irgendwer erwartet von mir, dass ich den entsprechenden Arztbrief diktiere, ganz dringend, am besten heute noch, am besten sofort.
Ich schlage das Ding auf.
Ganz vorn liegt ein Zettel. Genau gesagt, ein Vordruck: “Hiermit bestätige ich, dass ich das Krankenhaus […]