Ein 25 jähriger Junger Mann wird in der Notfallambulanz wegen persistierendem Herzrasen vorstellig. Er beschreibt ein Unwohlsein und wirkt ängstlich. Für die Einsendung und Betreuung dieses Beispiels wollen wir Dr. Stephan Fuhrmann danken !  
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Desmond ist so ein bißchen der nette junge Schwule von nebenan. Er lebt in Köln, ist neunundzwanzig und HIV-positiv. Darüber bloggt er. Okay. Desmonds Blog ist spannend zu lesen, designmäßig aufwändig gemacht, eine Facebookseite gibt’s natürlich auch und alles was dazu gehört. Wer Desmond wirklich ist, das erfährt man, wenn man auf seiner Seite ganz […]
Dämonen II
»Alle strengen sich so an. Alles müsste gut sein. Ist es aber
nicht.
Ich weiß, dass ich rausgehen sollte. Also will ich
rausgehen. Ich muss mich darauf vorbereiten, wie das draußen sein wird. Ich
könnte jemanden treffen. Jemand Fremdes oder jemand Bekanntes. Zum Beispiel
meinen Nachbar. Ich würde mich in meinem Zustand wahrscheinlich merkwürdig
verhalten. Würde ihm ausweichen. Wegkucken. Dann denke ich darüber nach, wie es
wohl für meinen Nachbar sein wird. Er wird sich wundern. Und dann frage ich
mich, wie er sich mein Verhalten erklären wird. Denn er wird es sich erklären
wollen.
Vielleicht denkt er, die findet mich doch scheiße und die
tut immer nur so nett. Und dann bereite…
Wahnsinnswoche 2019:11
In dieser Woche 184 Patientenkontakte und 23 Terminausfälle. Bis auf Weiteres habe ich erst in 10-12 Wochen wieder Termine frei.
Generalisierte Angststörungen: Netzwerk-Metaanalyse zur medikamentösen Behandlung. Duloxetin, Venlafaxin, Escitalopram, Mirtazapin, Sertralin, Fluoxetin, Buspiron und Agomelatin (letzteres ist zur Behandlung aber nicht zugelassen) waren wirksamer als Placebo und wurden relativ gut vertragen. Quetiapin hatte zwar den größten Effekt, wurde aber schlecht vertragen (ähnlich wie Paroxetin und Benzodiazepine).
Na endlich: das Terminservice- und Versorgungsgesetz sorgt für schnellere Arzttermine! Ich nehme mir das sehr zu Herzen und werde Sie jetzt noch schneller abfertigen, als bisher…
Mal im Ernst: WTF? Wenn ich rein ökonomisch denken würde, müsste ich jetzt alle langjährigen PatientInnen vor die Tür setzen und nur noch neue PatientInnen annehmen. Dafür gibt’s nämlich mehr Geld: Hausärzte kriegen 10 Euro für eine erfolgreiche Vermittlung an einen Facharzt (ich dachte immer, Zuweisung gegen Entgelt sei Korruption?), für Fachärzte soll es für eine Versorgung am gleichen Tag einen Zuschlag von 50 Prozent, innerhalb einer Woche von 30 Prozent, und innerhalb von zwei Wochen von 20 Prozent auf die Grundpauschale geben.
Das nenne ich mal Zweiklassenmedizin! Die chronisch Kranken fallen hinten runter, während sich vorne die lukrativen Neuaufnahmen drängeln.
Keine Sorge. Die Sorte Planwirtschaft mache ich nicht mit. Auch nicht die Verkürzung auf 25 Stunden Vertragsarztarbeit pro Woche (es sei denn, ich fühle mich dazu genötigt).
Soulfood (passend zur Wartezeitendiskussion): Zenit – Waitin’