Ein Frauenarzt klagt darüber, dass immer häufiger Patientinnen mit Beschwerden ohne Krankheitswert die Arbeit seines Teams zeitlich überfordern (mit bis zu einem Besuch pro Woche, z.B. von Schwangeren, deren Ängstlichkeit mehr…
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Gesundheitsfonds belohnt "kranke" Krankenkassen
Ich werde Ende der Woche noch etwas zum Gesundheitsfonds schreiben. Aber eine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen. Die erste Krankenkasse hat angekündigt, den Versicherten 2009 Prämien zurückzuzahlen. Was verwundern könnte: Es ist die Knappschaft. Eine Krankenkasse, die erst seit dem 1. April 2007 für alle gesetzlich Versicherten frei wählbar ist und die vorher jahrelang durch Bundeszuschüsse am Leben erhalten wurde. Eine Kasse, die 2006 noch einen Rentneranteil von 75% und ein Durchschnittsalter der Versicherten von 72 Jahren gehabt hat.
Besser kann man nicht verdeutlichen, dass der morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) tendenziell Kassen mit Versicherten belohnt, die an den vom Morbi-RSA berücksichtigten Erkrankungen leiden. Überspitzt: Prävention lohnt für die Krankenkassen sich nur, wenn es die Patienten mit dem Morbi-RSA-Krankheiten vom Arztbesuch oder Klinikaufenthalt abhält.
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Natürlich ist bei der Ankündigung ein gutes Stück Marketing dabei. Eine derart überalterte Kankenkasse ist auf neue Mitglieder angewiesen.
"Wienerin" liebt Pillenwerbung
Bei soviel Getöse um die neue “natürliche” Antibaby-Pille von Bayer in Österreichs Medien, wollen die Mitbewerber nicht zurückstehen. In der Frauenzeitschrift Wienerin wird über eine Doppelseite die Frage erörtert, wie eine Frau ihre monatliche Periode mit Hilfe einer Verhütungspille loswerden kann und nur noch alle 3 Monate vom “roten Indianer” – oder besser gar nicht mehr – belästigt wird. Empfohlen wird explizit das Produkt Cerazette® von essex Pharma (essex Pharma ist der Firmenname von Schering-Plough in Deutschland und Österreich).
Damit zielt essex klar auf Bayer. Zwar muss Bayers “Qlaira®” auch durchgängig ohne Pillenpause genommen werden, aber durch abgestufte Hormondosen und zwei Plazebo-Pillen am Ende des Einnahmezyklus können Frauen eine Entzugsblutung nicht “verschieben” oder ganz unterdrücken.
Zu der Sorge um die Wellness der Leserinnen gehört natürlich auch, dass Wienerin online über das Bayer-Produkt informiert: Frauen in Österreich haben ab sofort eine neue Option in Sachen Verhütung.
SPIEGEL räumt klammheimlich Wachkoma-Ente ein
Im vergangenen November hatten wir zunächst über Zweifel an einer aufsehenerregenden Geschichte berichtet, wonach der belgische Patient Rom Houben nach 23 Jahren im vermeintlichen Wachkoma mit dem SPIEGEL ein Interview geführt hätte. Demnach wäre er die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein gewesen, ohne dass dies jemand bemerkt hätte. Einige Tage später, nachdem für uns keine Zweifel mehr daran bestanden, dass es sich bei der Geschichte um eine Ente handelt, hatten wir die Entstehung von Manfred Dworschaks spektakulärer Falschmeldung noch einmal
nachgezeichnet.
Nachdem der SPIEGEL in seiner Ausgabe von vergangenem Montag die Falschmeldung de facto eingeräumt hat, hat das Bildblog die Geschichte aufgegriffen: